Diskutier mit auf machtsprache.de über politisch sensible Begriffe und ihre Übersetzung!

online
18. Juni 2021

Wer spricht? Literaturübersetzung zwischen kolonialem Erbe und Political Correctness

Übersetzertag des Deutschen Übersetzerfonds mit René Aguigah, Susan Bernofsky, Pieke Biermann, Lars Claßen, Christian Jakob, Claudia Hamm, Sharon Dodua Otoo, Patricia Klobusiczky, Verena Lueken, Andreas Nohl, Hans-Christian Oeser, Mithu Sanyal, Beate Thill und Charlotte Wiedemann.

Konzept: Miriam Mandelkow und Nina Thielicke.

Stream auf www.lcb.de

Wer spricht?, lautet eine zentrale Frage im postkolonialen Diskurs. Dabei geht es um Repräsentation und Identität, Dominanz und Gewalt – und die Reproduktion von Macht durch Sprache. Wer spricht?, lautet eine zentrale Frage beim Übersetzen. Dabei geht es um Perspektive und Figurensprache, um die Imitation von Stimmen und die kreative Anverwandlung kultureller Kontexte.

In diesem Spannungsfeld bewegen wir uns beim diesjährigen Übersetzertag. Wer spricht beim Übersetzen? Wo stecken Literaturübersetzer·innen in den von ihnen übersetzten Texten? Welche Verantwortung tragen sie für das Werk? Wie gehen sie mit rassistischer Figurensprache um, wie mit umstrittenen Autor·innen? Ist alles sagbar und von allen? Gibt es Gestaltungskriterien, die außerhalb des Textes liegen?

Wir bringen unterschiedliche Haltungen und Perspektiven miteinander ins Gespräch und diskutieren über Spielräume und Zwischenräume beim Übersetzen postkolonialer Literatur, über Verlagsentscheidungen, Tabus und die vielbeschworene, vielgescholtene, doch selten definierte Political Correctness. Und lassen die Liste der Fragen weiter anwachsen.

11 Uhr: Übersetzen als Kolonisierung. Eröffnungsvortrag von Mithu Sanyal

11.30 Uhr: Übersetzen als Dekolonisierung. Podiumsgespräch zwischen Christian Jakob und Mithu Sanyal

12.30 Uhr: Pause13.30 Uhr: Kolonial, postkolonial. Das „Dazwischen“ übersetzen. Impulsvortrag von Claudia Hamm. Anschließende Podiumsdiskussion mit Claudia Hamm, Patricia Klobusiczky und Beate Thill

15.30 Uhr: Pause

16 Uhr: Der lange Abschied von der weißen Dominanz. Impulsvortrag von Charlotte Wiedemann

16.30 Uhr: Alles neu, alles anders? Bearbeitung, Neuübersetzung und Verlagspolitik. Podiumsdiskussion mit Lars Claßen (tbc), Andreas Nohl und Hans Christian Oeser. Moderation: Verena Lueken

18 Uhr: Pause

19 Uhr: Wer spricht? René Aguigah interviewt Sharon Dodua Otoo

19.30 Uhr: P.C. oder No-Go? Zum Umgang mit diskriminierungssensibler Sprache in der Übersetzung. Podiumsdiskussion mit Susan Bernofsky (tbc), Pieke Biermann und Sharon Dodua Otoo. Moderation: René Aguigah