A Black Women’s History of the United States

Das von den Historikerinnen Daina Ramey Berry und Kali Nicole Gross verfasste Buch A Black Women’s History of the United States ist eine hervorragende Quelle für Leser*innen, die sich für die Geschichte der USA im Allgemeinen und insbesondere für die Geschichtserfahrungen Schwarzer Frauen* interessieren. Die fesselnde Sprache, mit der die Autorinnen die vielfältigen Arten und Weisen aufzeigen, durch die Schwarze Frauen* die Vereinigten Staaten seit dem 17. Jahrhundert geprägt haben, lässt schnell vergessen, dass es sich bei dem Buch um Sachliteratur handelt.

In jedem der zehn chronologisch aufgebauten Kapitel stellen Berry und Gross eine historische Person ins Zentrum, deren Geschichte sie in Bezug zu Erfahrungen anderer Schwarzer Frauen* setzen, die zur gleichen Zeit gelebt haben. Dabei werden gelegentlich zwar historische Persönlichkeiten wie Harriet Tubman, Sojourner Truth und Rosa Parks genannt, aber das Besondere ist, dass weniger bekannte Frauen* und ihre Alltagserfahrungen im Mittelpunkt stehen..

Das erste Kapitel beginnt – etwas unerwartet – nicht mit der Geschichte des transatlantischen Versklavungshandels. Stattdessen wird darin Isabel de Olvera porträtiert, die als freie Frau afrikanischer Herkunft im Jahr 1600 an einer Expedition in die ,Neue Welt’ teilnahm. Ihr außerordentlicher Mut, ihre Willenskraft und ihre Ausdauer sind charakteristisch für den Ton des Buches.

Auch in den Folgekapiteln und über die Jahrhunderte hinweg, die Berry und Gross beschreiben, liegt der Fokus auf Wegbereiter*innen, die – ähnlich wie de Olvera – Spuren in ganz unterschiedlichen Bereichen hinterlassen haben: in der Rechtsprechung, in der Kunst, im Sport, in der Politik, in der Religion, im Aktivismus und in vielen weiteren Bereichen. Die Vielfalt der untersuchten Quellen und auch die Diversität der porträtierten Frauen* haben mich tief beeindruckt. Manchmal hätte ich mir aber gewünscht, mehr über einzelne Frauen* zu erfahren, z.B. über die Bildhauerin Augusta Savage, die während der Weltwirtschaftskrise im New Yorker Stadtteil Harlem lebte. Oder über Aurelia Shines, die Monate vor Rosa Parks in den 1950ern in den Südstaaten gegen die Rassentrennung in Bussen protestierte.

Mein Fazit: A Black Women’s History of the United States ist ein Buch, dem es hervorragend gelingt, die Komplexität des Lebens Schwarzer Frauen* in den USA zu schildern. Sowohl die zahlreichen Negativerfahrungen, die Teil der Geschichte Schwarzer Frauen* waren und sind, werden benannt, aber es wird auch das Überdauern dieser Geschichten gefeiert – fortwährendem Rassismus und Sexismus zum Trotz.

(Keine deutsche Übersetzung)