„In Search of Better Skies“

Jennifer Neals Kurzgeschichte „In Search of Better Skies“ (etwa „Auf der Suche nach einem besseren Himmel“) wurde 2019 in der Literaturzeitschrift The Willowherb Review veröffentlicht und für den Pushcart-Preis nominiert. Neals Erzählerung beschreibt die wichtigsten Stationen im Leben ihres Großvaters. Als Leser*innen folgen wir ihm von seiner bedrückenden Heimatstadt Woodland in Georgia über seine Stationierung in Frankreich im Zweiten Weltkrieg bis auf seinen Weg von Georgia nach Florida, wohin er nach seiner Rückkehr aus dem Krieg in den noch immer von Rassismus geprägten USA umzieht.

Die Art und Weise, mit der Neal in ihrer Geschichte Örtlichkeiten heraufbeschwört, ist geradezu hypnotisierend und drückt eine einzigartige Empfindsamkeit für die beiden US-amerikanischen Schauplätze aus. Neals Darstellung ist von einem ausgeprägten Sinn für Geschichte durchdrungen, insbesondere für die Geschichte von Rassismus, deren Hinterlassenschaften in dem Land und der Umgebung, die sie beschreibt, weiterleben. Ihr Schreibstil bringt zum Ausdruck, dass diese Geschichte in das Land eingebettet ist und erkennbare Spuren hinterlassen hat.

Sie schreibt:

„Georgia wird oft als ein ruhiger, entspannter Ort verstanden, an dem sowohl die Menschen als auch der sonnengebraute Tee dunkel und süß wie Ahornsaft sind. Aber für meinen Großvater war es ein Ort voller Feindseligkeiten, die jeden Moment überzulaufen drohten, das Schlimmste konnte entfesselt werden in diesem Gebiet, das historisch von den strengen Eigentümer*innen grausamer Hierarchisierung von Menschen in Rassen und unheilvoller Routine reguliert wurde. Nicht nur der Himmel breitete sich von Zeit zu Zeit gewaltsam aus und verwüstete den gesamten Landstreifen. Menschen waren ebenso zu schrecklichen und gesetzlosen Dingen fähig. Mein Großvater war jedoch überzeugt davon, dass das Land Besitz von ihnen Ergriff und Böswilligkeit in ihnen hervorrief. Nicht andersrum“.

(unsere Übersetzung)

Doch so sehr sich die Kurzgeschichte dieser „Boshaftigkeiten“ bewusst ist, hinterlässt sie dennoch einen Eindruck von einem Hoffnungsschimmer, den die Reisen des Großvaters auf der Suche nach dem titelgebenden besseren Himmel hervorbringen.