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Buchcover von Aminata Tourés Buch Wir können mehr sein mit Bild der Autorin

Wir können mehr sein: Die Macht der Vielfalt

Aminata Touré machte bereits 2019 Schlagzeilen in Deutschland: Sie ist die jüngste und erste afrodeutsche Vizepräsidentin eines Landtages (in Schleswig-Holstein). Im Sommer 2021 erschien ihr Buch Wir können mehr sein: Die Macht der Vielfalt und es landete sogleich auf der Spiegel Bestsellerliste. Ihr Buch ist eine Mischung aus Autobiografie und politischem Essay, das dazu dienen soll, andere junge Menschen zu motivieren in die Politik zu gehen. Neben ihren klaren politischen Positionen zeigt sich Touré angenehm nahbar, emotional und kreativ – nicht zuletzt, da ihr Erzähltext mit zahlreichen selbstgeschriebenen Gedichten über Freiheit und Träumen, Schwarzsein und Frausein gespickt ist.

Relativ chronologisch führt Touré ihre Leser*innen durch ihr 28-jähriges Leben: Sie wurde in Neumünster geboren. Ihre Eltern waren aus Mali nach Deutschland geflohen und Touré und ihre Schwestern wuchsen zunächst in einer Asylunterkunft auf. Während Familie für Touré immer ein warmer, sicherer Ort war, ist ihr Leben dennoch zunächst von Unsicherheiten geprägt, bis die Familie nach Jahren erwirkt, in Deutschland bleiben zu dürfen. Tourés Kindheitserfahrungen, die neben dem unsicheren Aufenthaltsstatus auch Rassismus beinhalten, führen zu ihrem Interesse daran, etwas verändern zu wollen. Sie tastet sich als junge Erwachsene langsam an Parteipolitik heran und engagiert sich zunächst bei der Grünen Jugend. Nach einigen Praktika während des Studiums ist sie bereit, nicht nur Parteimitglied bei den Grünen zu werden, sondern auch Verantwortung zu übernehmen. Touré traut sich viel und kann sich bei Unsicherheiten auf Freund*innen und Familie verlassen. Heute ist sie Vollzeit Politikerin und ihre Themen sind u.a. Antirassismus, Flucht und Migration, Frauen und Gleichstellung.

Tourés Buch ist erfrischend und mitreißend in einer Zeit, die zunehmend von Politikverdrossenheit und Kritik am etablierten Parteiensystem geprägt zu sein scheint. Touré hat einen realistischen Blick auf ihre eigene Partei und die Demokratie generell – sie sind nicht perfekt. Dennoch klärt sie über die Wichtigkeit des Wirkens innerhalb des Systems auf und macht sich stark dafür, dass noch mehr Menschen in die politischen Institutionen gehen, die dort in ihrer Vielfalt fehlen. Es braucht Kraft, Geduld und Disziplin, aber Touré sieht auf der politischen Ebene dennoch große Chancen zur Einflussnahme und für Veränderung. Es sollte vorstellbar werden, dass es eine Schwarze Bundeskanzlerin geben kann, dass eine Person of Color im Vorstand eines DAX-Konzerns ist, und dafür braucht es Webgereiter*innen. So widmet Touré ihr Buch denjenigen, die Wege gehen, die vor ihnen noch niemand gegangen ist.

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