Racism: A Beginner’s Guide

2008 veröffentlichte Alana Lentin ein kleines Einführungsbuch in die komplexe Thematik von „Rasse“ und Rassismus. Es ist ein bemerkenswert zugänglicher Text. Lentin ist vermutlich eine der eindeutigsten Rassismusforscherinnen, die es derzeit gibt. Es gelingt ihr, einige sehr komplexe Ideen und Verwicklungen zu entmystifizieren. Natürlich kann das Buch mit seinen 150 Seiten nicht alles abdecken und muss manchmal auf einige Details und Tiefe verzichten, aber es bietet einen ausgezeichneten Einstieg für eine grundlegende „racial literacy“ – also für ein allgemeines Verständnis dafür wie Rassifizierung funktioniert.

Lentin führt ihre Leser*innen ein in die Entstehung der Kategorie „Rasse“ während der Aufklärung. Außerdem verdeutlicht sie die Verbindungen zwischen „Rasse“ und Nationalismus, Nationenbildung und Nationalstaat. Sie geht dabei auf Philosophen wie Thomas Hobbes oder John Locke ein, die damals als Schlüsselpersonen galten, und erklärt wie diese zu den Rassendiskursen ihrer Zeit beitrugen. Lentin macht deutlich, dass Rassismus eine Struktur mit realen Auswirkungen auf die Welt ist, indem sie sich intensiv mit dem Kolonialismus und gelebten Rassismuserfahrungen auseinandersetzt. Diese theoretische Verankerung verdeutlicht, dass Rassismus kein abstraktes Konzept ist, über das es zu philosophieren gilt. Lentins Ausführungen bauen auf Theorien wichtiger postkolonialer Wissenschaftler auf, wie etwa Frantz Fanon und Stuart Hall. Mit Kapiteln zu Antisemitismus und Einwanderungspolitik nach den Anschlägen vom 11. September bietet dieses Buch einen umfassenden Überblick darüber, wie sich die Kernkonzepte von „Rasse“ und Rassismus ständig weiterentwickeln. Sie strukturieren auch heute noch politische Entscheidungsfindung und politische Rhetorik.

Unabhängig davon, ob Sie mit einigen dieser Themen gut vertraut sind oder ob Sie sich noch nicht mit Rassismus auseinandergesetzt haben, kann Ihnen dieser Leitfaden Terminologie und Werkzeuge bieten. Lentins Buch ermöglicht eine verfeinerte Denk- und Ausdrucksfähigkeit in Bezug auf „Rasse“ und Rassismus.