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Buchcover der deutschen Übersetzung von Francesca Ekwuyasis Butter Honig Schwein Brot

Butter Honig Schwein Brot

Als erstes gefiel mir der Titel dieses Buches und der Roman bietet genau das, was die vier Wörter an Lust und Erlebnis versprechen: Butter, Honig, Schwein, Brot. Obwohl das Buch in vier Abschnitte unterteilt ist, die sich thematisch mit jedem dieser Begriffe befassen, ist es im Grunde die Geschichte von drei Frauen, von Kambirinachi und ihren Zwillingstöchtern Taiye und Kehinde. Die verschiedenen Kapitel werden aus der Perspektive dieser drei Hauptfiguren erzählt – wobei nur Kehinde in der ersten Person spricht (zumindest bis zu einem späteren Punkt in der Erzählung, aber ich möchte nichts vorwegnehmen…).

Die verwobenen Geschichten der drei Frauen spielen in Nigeria, Europa und Kanada und strecken ihre Fühler in viele verschiedene Richtungen aus. Kambirinachi ist eine Ogbanje, die zwischen ihren Brüderschwestern und dem Leben einer Sterblichen hin- und hergerissen wird. Sie wurde in bescheidene Verhältnisse hinein geboren, aber ihr Lebensweg führt sie in ein luxuriöses Haus mitten in Lagos. Taiyes Leben ist geprägt von Drogen und Gelegenheitssex. Ihren Herzschmerz beruhigt sie bei der hingebungsvollen Zubereitung köstlicher Mahlzeiten. Irgendwann merkt sie, dass sich etwas ändern muss, und als Imkerin und Köchin lernt sie, eine gute Freundin zu sein. Außerdem erzählt Butter Honig Schwein Brot von Kehindes schrecklichem Kindheitstrauma und ihrem späteren Erfolg als Künstlerin.

Auf dem Weg der drei Protagonistinnen stellt Ekwuyasi ihnen wundervolle Nebenfiguren zur Seite, die ganz unterschiedliche Formen und Interessen haben. Sie zeigt eine ansteckende Freude an der Beschreibung von Essen und Kunst – viele Passagen haben mich hungrig gemacht. Sie scheint sich auch ganz bewusst auf unzählige Schwarze queerer Denker*innen zu stützen, was das Buch bereichert. Ekwuyasi geht behutsam mit großen Fragen um: Komplexe Familienbeziehungen, Trauma, Einvernehmlichkeit, Vorurteile, Kolonialismus und vieles mehr. Manchmal erschien mir die Betonung besonders cooler Lebensstile – sei es die Intellektuellenszene, die hippe Kunstszene usw. – etwas aufgesetzt, aber insgesamt nimmt das Buch seine Leser*innen mit auf eine wunderbare Reise durch die Entwicklung seiner oft charmant-schwierigen weiblichen Charaktere und ihrer komplexen Beziehung zueinander.

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