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minna salami sinnliches wissen

Sinnliches Wissen

Sinnliches Wissen ist ein Weg, mehr zu wissen als das, was der Verstand ermöglicht, durch den Körper und die Seele. Dieses Wissen verbindet Menschen mit einer Kraft, die nicht über einzelne Lebewesen funktioniert, sondern zwischen ihnen fließt, und es gibt ihnen Werkzeuge, um diesen Fluss zu verändern.

„Minna Salami schreibt eine Philosophie des Wissens und der Freiheit aus einer feministischen, Afrika-zentrierenden Perspektive zum Wohle der Menschen und des Planeten. Ihr neues Buch Sinnliches Wissen leitet Leser:innen an, sich inmitten des gesellschaftlichen Wandels wirklich selbst zu finden.“

Miia Vistilä, Voima, eigene Übersetzung

Salami wurde 1978 in Finnland geboren, wuchs in Nigeria und Schweden auf und lebt heute in London. Sie schreibt den preisgekrönten Blog Ms Afropolitan und für den Guardian, in dem sie kürzlich erklärte, warum sie sich dafür einsetzte, in ihrem Buch Sinnliches Wissen den Begriff „schwarz” entgegen aktueller Trends klein zu schreiben (eine Wahl, die ich hier respektiere). Sie ist angemessen spezifisch in Bezug auf die Kontexte, die sich für sie überschneiden – ihre Erfahrung und Analyse von Rassismus, Frauenfeindlichkeit, Kapitalismus und Kolonialismus, die sie zusammengefasst als Europatriarchat bezeichnet. Da ich ihr Buch kurz nach Emilia Roigs Why We Matter las, fielen mir die Gemeinsamkeiten auf – und die Unterschiede. Vereinfacht gesagt, interessiert sich Roig, die sich selbst als „Produkt des französischen Kolonialismus“ bezeichnet, stärker für die sich überschneidenden Ausdrucksformen der Unterdrückung, während Salami mehr an den dahinter stehenden Epistemologien interessiert ist. Beide Autorinnen wollen die Geschichte verändern.

Die Geschichte wird anders erzählt, je nachdem, wo du sie liest. Die finnischen, englischen und deutschen Cover von Sinnliches Wissen sind unterschiedliche Fenster, die je einen anderen Blick auf Salamis Buch bieten – mit der Zentrierung der Autorin in Großbritannien, um eine schwarze Frau sichtbar zu machen, im Gegensatz zu abstrakten bunten („farbenblinden“?) Designs in Deutschland und Finnland, die den Fluss und die Kräfte der Natur widerspiegeln.

Sinnliches Wissen ist, wie Bernadine Evaristo es so treffend formuliert, „intellektuelles Futter für die Seele“. Salami erkundet ihr Thema in neun Kapiteln: Von Wissen, Befreiung, Dekolonisierung, Identität, Schwarzsein, Frausein, Schwesternschaft, Macht und Schönheit.

Salami steht auf den Schultern von Riesen. Wer, wie ich, Toni Morrison, Audre Lorde und bell hooks gelesen hat und sich fragt, wie ihr Wissen heutzutage weitergeführt werde kann, wird Salamis Zusammenstellung eines kulturellen, intellektuellen und emotionalen Kaleidoskops schätzen. Einige Leser:innen hätten sich vielleicht gewünscht, dass sie ihren eigenen Ideen mehr Raum gibt, als andere zu zitieren, oder dass sie ihr Netz breiter auswirft, um Themen wie trans-Identitäten und Behinderung mit einzubeziehen, aber sie geht kritisch mit den Riesen um. Ist das, was sie zu sagen haben, relevant für irgendwen anderes als heterosexuelle weiße Männer? Ist es gut für den Planeten? Dies ist nicht nur eine bissige Abfuhr für das Europatriarchat, sondern ein Versuch, Wege zu finden, die Welt zu sehen und zu verstehen, die für alle besser sind.

Salami beginnt mit einer guten Geschichte. Ein Mann und eine Frau gehen auf einen Berg. Der Mann ist ein „Entdecker“, der ihn bezwingen will; er findet nicht viel, was er mitnehmen könnte. Die Frau ist beeindruckt von der Schönheit der üppigen Flora an seinen Hängen. Salami endet mit der Frage: Was ist mit dem Berg selbst? Was sagt und sieht er?

Wer noch nicht sicher ist, ob dieses Buch es wert es ist, gelesen zu werden, kann sich anhören, was Minna Salami selbst über ihr Buch sagt. Ich werde es in ihrem Geburtsland mit einem finnischen intersektional-feministischen Buchclub besprechen und kann es kaum erwarten!

(Sinnliches Wissen wurde von Yasemin Dinçer ins Deutsche übersetzt)

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