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Buchcover Yara Nakahanda Monteiro Schwerkraft der Tränen

Schwerkraft der Tränen

Yara Nakahanda Monteiros Debütroman Die Schwerkraft der Tränen (übersetzt von Michael Kegler) zeigt, wie der Kolonialismus das Leben vieler sowohl in Afrika als auch Europa noch immer prägt. Die Autorin ist in Angola geboren, heute lebt sie in Portugal und diese Orte sind auch für ihren Roman zentral.

Die Protagonistin Vitória hat ihre Mutter nie kennengelernt. Sie hat sich in Angola dem Unabhängigkeitskampf angeschlossen, während ihre Eltern – sogenannte assimilados, die Portugiesisch sprachen und den katholischen Glauben angenommen hatten – mit ihrer Enkelin Vitória nach Portugal flohen, um sich vor den bewaffneten Auseinandersetzungen zu schützen. Als erwachsene sieht sich Vitória, die eigentlich eine Affäre mit einer Frau hat, aufgrund ihrer konservativen Erziehung genötigt, sich mit einem Mann zu verloben. Doch kurz vor der Hochzeit bricht sie überstürzt nach Angola auf, um ihre Mutter zu suchen. Das Buch nimmt Leser*innen mit in ein chaotisches, kosmopolitisches Luanda mit heruntergekommenen Häusern, Korruption, Partys und Diskussionen über Politik. Vitória findet Helfer*innen auf ihrer Suche, muss dafür mit einem General brasilianische Lyrik rezitieren, stundenlang Akten in einem Frauenarchiv durchblättern und mit ansehen, wie ein Haus, in dem Kinder schlafen, niederbrennt. Es ist eine reiche, bewegende Geschichte, die nicht vor Komplexität und schmerzvollen Szenen zurückschreckt.

Mir hat die bildreiche und lebendige Sprache gefallen. Die Erzählweise ist geprägt von Andeutungen, Rückblicken, kurzen Selbstgesprächen kleinerer Nebencharaktere. Dieses Gefühl der Flüchtigkeit und die manchmal seltsamen oder überraschenden Begegnungen dienen der Nuancierung und passen zu Vitórias Suche, die oft wie ein aussichtsloses Stochern im Nebel wirkt. Vitória sucht zwar nach ihrer Mutter, doch eigentlich noch viel mehr nach sich selbst. Schwerkraft der Tränen dreht sich um die Frage „Wer bin ich?“, die sich sicherlich viele in ihrem Leben stellen, und zentriert dabei den Widerstand gegen patriarchale und koloniale Strukturen.

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