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Buchcover Kein Land für Achtpunkt-Falter von Julian Aguon

Kein Land für Achtpunkt-Falter

Wisst ihr wo Guam liegt? Guam ist eine Insel in Mikronesien, östlich der Philippinen. Ich habe nachgeschaut, als ich angefangen habe, Julian Aguons Buch Kein Land für Achtpunkt-Falter zu lesen, das kürzlich in deutscher Übersetzung von Hanna Hesse und Marian Singer erschienen ist. Aguon arbeitet als Menschenrechtsanwalt und setzt sich besonders für die Rechte von Indigenen und für Klimagerechtigkeit ein. Der schmale Band Kein Land für Achtpunkt-Falter besteht aus glühenden Reden, Essays und Gedichten, die er in den vergangenen Jahren zu unterschiedlichen Anlässen verfasst hat. Wiederholt kann dieses Buch auch als Lobeshymne für Arundathi Roy verstanden werden, die dann ein kurzes Vorwort verfasst hat und Aguon ihrerseits für seine „Musik des Widerstandes“ lobt.

Ich lebe in Deutschland und ich gebe zu, dass ich mich mit dem von hier aus gesehen weit entfernten Guam vorher noch nicht beschäftigt habe. Stellt sich heraus, dass diese Insel im westlichen Pazifik in einem kolonialen Abhängigkeitsverhältnis zu den USA steht. Menschen aus Guam bekommen so zwar mit der Geburt die US-amerikanische Staatsbürgerschaft, dürfen aber nicht wählen. An vielen Stellen echauffiert sich Aguon zu Recht, wie US-amerikanische Konzerne oder das Militär sich das Land ohne Rücksicht auf Verluste zunutze machen. 2020 sind beispielsweise 400 Hektar Wald an der Küste Guams Opfer einer US-Militäbasis geworden. Aguon nutzt nicht nur Recht und Gesetz für den Kampf, sondern – so scheint es – jede Gelegenheit, bei der er zu Wort kommen darf oder ein Stück Papier vorliegen hat.

Das Buch ist eine Zusammenstellung verschiedener spannender Ausschnitte. Während des Lesens habe ich immer wieder Suchmaschinen im Internet konsultiert, um meine eigenen Wissenslücken zu füllen – das Buch ist nicht darauf ausgelegt, einer Leserin wie mir strukturiert alle Zusammenhänge zu erklären. Vielmehr spricht Kein Land für Achtpunkt-Falter die emotionale Ebene im Kampf gegen globale Ungerechtigkeiten an und ist in dieser Hinsicht definitiv mitreißend.

Wie so oft in Büchern, in denen es um indigene Völker geht, ist es schwer in der deutschen Übersetzung die passenden Begrifflichkeiten zu finden. Deshalb möchte ich nicht nur die Themen dieses Buches selbst als einen Aufruf verstehen, sich verstärkt mit den globalen Effekten immer noch existierender kolonialer Abhängigkeitsverhältnisse und dem rücksichtslosen Umgang mit unserem Planeten zu beschäftigen. Ich finde es ebenso wichtig, dass wir (vor allem im deutschen Kontext) verstärkt über die Sprache diskutieren, die für solche Zusammenhänge verwendet wird und die kolonialen Spuren auch an dieser Stelle bekämpfen.

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