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World of Wonders

Aimee Nezhukumatathil wurde in Chicago als Tochter einer philippinischen Mutter und eines Vaters aus Südindien geboren. Sie unterrichtet kreatives Schreiben und schreibt selbst Gedichte und Essays über Natur und Umwelt. In ihrem kürzlich veröffentlichen Essay Band World of Wonders rahmt sie Momente ihres Lebens, die sie besonders prägten, mit Anekdoten über Tiere und Pflanzen und vermittelt wie wundersam, beeindruckend und lehrreich Flora und Fauna sein können.

Nezhukumatathils detailreichen Tier- und Pflanzenbeobachtungen finden an verschiedensten Orten in den USA statt, denn ihre Eltern zogen häufig für ihre Jobs um, genauso wie sie selbst als Erwachsene. Zusätzlich besteht die familiäre Verbindung nach Kerala, wo sie ihre Großmutter besucht und ihre Flitterwochen verbringt, und sie unterrichtet Workshops auf einer griechischen Insel. Während die Anekdoten durchzogen sind von der Freude, die die detailverliebten Beobachtungen von tanzenden Fröschen und Leuchtkäfern offensichtlich in der Autorin auslösen, ist der Alltagrassismus fast ebenso präsent. In der Grundschule darf Nezhukumatathil keine Pfauen malen, weil sie keine US-amerikanischen Tiere sind, und sie möchte sich unter Trompetenbäumen verstecken, um Mikroaggressionen zu entgehen. Später steht sie vor der Herausforderung über Rassismus mit den eigenen als weiß glesenen Kindern zu sprechen. Nezhukumatathil verlässt sich auf ihrem Lebensweg wiederholt auf das, was sie von den wundersamen Wesen und Gewächsen dieser Welt lernen kann. Ein Vorbild ist beispielsweise der Kaktus Zaunkönig, der in trockenen Kakteenbewachsenen Wüstengebieten lebt:

“And we trusted in the cactus wren, in one who knew how to hollow out a space for itself in a most uninhabitable place.”

(31)

„Und wir vertrauten auf den Kaktuszaunkönig, auf einen, der wusste, wie man Raum für sich schafft an einem höchst unbewohnbaren Ort.“

(31; Übersetzung von poco.lit.)

Ich habe das kleine Büchlein über Axoltls, Oktopusse und Drachenfrüchte mit Illustrationen von Fumi Mini Nakamura in einem Rutsch gelesen, glaube aber, dass es sich lohnt, es immer mal wieder aufzunehmen und es langsam, Essay für Essay auf sich wirken zu lassen. Es ist ein Buch für die Momente – ich kenne sie und ihr vielleicht auch –, in denen man eine Dosis Ehrfurcht vor der Schönheit dieser Welt braucht. Das Buch öffnet den Blick für ein wertschätzendes Miteinander zwischen Menschen und für mehr Respekt für alles, was auf diesem Planeten kreucht und fleucht, blüht und rankt.

(Es gibt keine deutsche Übersetzung des Buchs)

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