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LCB
21. Juli 2021

Radikale Akte? Zu Poetik und Politik autobiographischer Schreibweisen

Asal Dardan, Mareice Kaiser und Isabelle Lehn in Lesung und Gespräch
Moderation: Thorsten Dönges

Open Air vor Ort (bei schlechtem Wetter im Saal) und im Livestream auf www.lcb.de
Tickets 8 € / 5 € (digital kostenfrei, kein Ticket benötigt)

Sie verarbeiten Identitäts- und Herkunftsaspekte, bringen Themen auf, die von der Öffentlichkeit lange nicht gesehen wurden, und bewegen die deutsche Gegenwartsliteratur: autobiographische Texte aus weiblicher Perspektive. Autorinnenschaft bereichert nicht nur jeden verstaubten Kanon, sie versucht auch, durch andere Betrachtungen zu entstigmatisieren, Perspektivwechsel zu fordern und aufzuzeigen, was fehlt.
Was bedeutet es für Frauen, wenn sie lesend von klein auf lernen, die Welt aus der Perspektive eines Mannes zu betrachten, weil nur diese Perspektive als künstlerisch relevant und gesellschaftlich gewichtig erscheint?
Diese Fragen stellt Isabelle Lehn in ihrem viel beachteten Aufsatz »Weibliches Schreiben in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur« (S. Fischer Hundertvierzehn, 2020). Gemeinsam mit Mareice Kaiser (zuletzt »Das Unwohlsein der modernen Mutter«, Rowohlt, 2021) und Asal Dardan (zuletzt »Betrachtungen einer Barbarin«, Hoffmann und Campe, 2021) diskutiert Lehn über die politische Dimension eines Schreibens zwischen biographischer Erfahrung und Fiktion, Selbstentblößung und Empowerment.
Die Autorinnen sprechen über die Radikalität, die sich aus dem literarischen Austausch über persönliche Erfahrungen bildet, und auch über die Herausforderungen des Veröffentlichens, wenn sich die eigene Biographie so tief in den öffentlichen Text einwebt. Nicht zuletzt lesen sie aus ihren Büchern. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Goethe-Institut Teheran statt und wird auch im Iran zu erleben sein.