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HAU
24. Januar 2022
Portraits of 8 people, 4 in a row

Label Noir “Emmett – Tief in meinem Herzen“ | Vorab-Filmpremiere

“Emmett − Tief in meinem Herzen” ist ein Film mit theatralen Elementen und erzählt die Geschichte des 14-jährigen Schwarzen Teenagers Emmett Till, der 1955 in Mississippi / USA Opfer eines rassistischen Mordes wurde. Dieser Mord gilt nicht nur als Initialzündung für das Civil Rights Movement in den USA, sondern auch für eine weltweite, öffentlich-mediale Auseinandersetzung mit Rassismus.

Emmetts Geschichte ist keine ausschließlich Schwarze oder Amerikanische Geschichte. Emmett musste sterben, weil er (vermeintlich) einer weißen Frau hinterher gepfiffen hatte, seine Mörder wurden von einer rein männlichen, rein weißen Jury freigesprochen, nur um wenig später in einem Interview den Mord offen zuzugeben. “Geschichten wie die von Emmett wiederholen sich auch in Deutschland und weltweit. Sie gehen uns alle an, sie sind die Geschichten jeder:s Einzelnen von uns. Fast 70 Jahre nach dem Mord an Emmett Till leben wir in einer Welt, die immer noch von rassistischen Strukturen geprägt ist. Wir leben in einer Welt, in der Schwarze auf offener Straße von weißen Polizisten ermordet werden; in der Schwarze, asiatisch, arabisch oder türkisch gelesene Menschen regelmäßig Opfer rassistisch motivierter Morde sind, während die breite Öffentlichkeit wegschaut, Zeugen eingeschüchtert werden und der Staat bei der Aufklärung dieser Verbrechen versagt und die Medien − auch Theater und Film − nach wie vor rassistische Stereotype und Klischees verbreiten, obwohl sie behaupten, sich zu verändern. Wir leben in einer Welt, in der Schwarze Fußballspieler:innen mit dem N-Wort benannt werden und Morddrohungen erhalten, wenn sie einen Elf-Meter verschießen. Wir leben in einer Welt in der Schwarze (deutsche) Perspektiven nach wie vor kaum erzählt, gesehen oder gehört werden − und genau deshalb erzählen wir, Label Noir, Emmetts Geschichte aus einer Schwarzen deutschen Perspektive und bringen sie als afrodiasporisches Ensemble auf die Leinwand.” (Label Noir)

Im Anschluss an die Vorstellung: Artist Talk mit Label Noir and Margarita Tsomou.

Produktion: Label Noir. Koproduktion: HAU Hebbel am Ufer. Gefördert durch: Hauptstadtkulturfonds, Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa, NGO “QUI JETZT”, Amadeu Antonio Stiftung.