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1. Dezember 2020

kulturelle Aneignung – kultivierte Aufregung

Kulturelle Aneignung ist ein Aufreger. Viele Gefühle sind im Spiel – und noch mehr gesellschaftliche Machtverhältnisse.

Für den Vortragenden ist diese Aufregung zwar relevant, aber nur ein Nebenschauplatz eines viel größeren Zusammenhanges, der viel zu selten in den Diskursen vorkommt. Denn Aneignung – und
Enteignung – durchzieht das gesamte Verhältnis von Globalem Norden und Globalem Süden, von Kolonisator*innen und Kolonisierten, von weißen und nicht weißen Menschen. Der Vortrag wird Aneignung und Enteignung als ein Grundprinzip von Rassismus erklären,versuchen kulturelle Aneignung zu definieren, die gängigen Debatten dazu aus rassismuskritischer Sicht kommentieren und die Frage stellen, zu welchen Zwecken die Aufregung um die kulturelle
Aneignung so ausgiebig kultiviert wird.

Disclaimer: Der Vortragende wird sich konsequent weigern, Anwesenden ihre Entscheidungen zu Haartracht, Kleidung, Essgewohnheiten, Freizeitaktivitäten oder Ähnlichem abzunehmen.Tsepo Bollwinkel denkt, forscht, schreibt und spricht zu Schwarzen Identitäten, weißsein und Rassismus, Intersektionalität, Empowerment und SOGI (sexuelle Orientierungen und geschlechtliche Identitäten) in internationalen Zusammenhängen. Er ist u. a. Beirat in der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD).

Moderiert wird die Veranstaltung von Moana Wilmot, Mitglied im bundesweiten decolonize-Netzwerks und bei der Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland (ISD).

Der Link zur Online-Veranstaltung wird kurz vorher hier öffentlich gemacht.