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26. Februar 2021

Identität im Roman: Die Debütantinnen

Sharon Dodua Otoo, Mithu Sanyal und Hengameh Yaghoobifarah im Gespräch mit Katrin Gottschalk über Identität im Roman.

Als Autor*in sind sie alle drei schon bekannt. Die Ingeborg-Bachmann-Preisträgerin Sharon Dodua Otoo für ihre Kurzgeschichten und politischen Interventionen. Mithu Sanyal als Autorin der kulturwissenschaftlichen Standardwerke „Vulva“ und „Vergewaltigung“. Und Hengameh Yaghoobifarah als taz-Kolumnist*in und Redakteur*in des Missy Magazine. Im Februar erscheinen nun von allen drei Autor*innen ihre Romandebüts.

In „Ministerium der Träume“ erzählt Hengameh Yaghoobifarah von der bedingungslosen Liebe der Geschwister Nushin und Nas. Sharon Dodua Otoo lässt ihre Protagonistin Ada in „Adas Raum“ quer durch Zeitgeschichte reisen, Ada ist mehrere Frauen. Und in „Identitti“ fragt Mithu Sanyal nichts weniger als nach dem Wesen der Identität, als die gefeierte Professorin of Colour Saraswati als Sarah aus Karlsruhe geoutet wird.

Was macht uns wirklich aus? Was passiert, wenn die Person, die die eigene Existenz verankert, plötzlich nicht mehr da ist? Oder nicht die ist, als die sie sich ausgab? Wenn Identität eine Konstruktion ist – kann dann jede*r alles sein? In den drei Debütromanen von Otoo, Sanyal und Yaghoobifarah geht es um Verlust, Wut und Trauer. Aber vor allem geht es immer auch um Liebe.

Am 26. Februar 2021 sprechen die drei Autor*innen ab 19 Uhr im taz Talk mit taz Vize-Chefredakteurin Katrin Gottschalk über Gemeinsamkeiten und Unterschiede ihrer literarischen Zugänge, fiktive Geschichten und reale politische Kämpfe. Gemeinsam blicken sie nach vorne und widmen sich den Momenten, die „empowern“, stärken. Leseproben aus den einzelnen Büchern wird es natürlich auch geben.

Sharon Dodua Otoo ist Herausgeberin der „Witnessed“ (edition assemblage). 2012 erschien ihre erste Novelle „die dinge, die ich denke, während ich höflich lächle“. 2016 wurde sie mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnet. Otoo wurde 1972 in London geboren und lebt in Berlin. Ihr Debütroman heißt „Adas Raum“ und erscheint am 24. Februar 2021.

Mithu Sanyal ist Kulturwissenschaftlerin und Journalistin. 2009 erschien ihre Kulturgeschichte der „Vulva. Das unsichtbare Geschlecht“ und 2016 das Sachbuch „Vergewaltigung. Aspekte eines Verbrechens“. Bis 2019 schrieb sie die taz-Kolumne „Mithulogie“. Sanyal wurde 1971 in Düsseldorf geboren und lebt dort bis heute. Ihr Debütroman heißt „Identitti“ und erscheint am 15. Februar 2021.

Hengameh Yaghoobifarah ist Redakteur*in des Missy Magazine. Seit 2016 schreibt Yaghoobifarah in der taz die Kolumne „Habibitus“. Gemeinsam mit Fatma Aydemir veröffentlichte Yaghoobifarah 2019 die Anthologie „Eure Heimat ist unser Albtraum“. Yaghoobifarah wurde 1991 in Kiel geboren und lebt in Berlin. Yaghoobifarahs Debütroman „Ministerium der Träume“ ist bereits erschienen.

Katrin Gottschalk ist seit 2016 stellvertretende Chefredakteurin der taz. Sie ist Leiterin der digitalen Produktentwicklung und Co-Host der „Querulant_/:*Innen“, ein Podcast über Identität und Linke. Bis 2016 war sie Chefredakteurin des Missy Magazine. Sie wurde 1985 in Dresden geboren, lebt in Berlin und hat noch keinen Roman geschrieben.