Diskutier mit auf machtsprache.de über politisch sensible Begriffe und ihre Übersetzung!

online & Studiobühne der Universität Münster
8. August 2021

Dekolonisierung des Denkens – „Der gute Deutsche: Die Ermordung Manga Bells in Kamerun 1914“

In unserer neuen Veranstaltungsreihe „Dekolonisierung des Denkens“ wollen wir mit Vorträgen, Lesungen und Diskussionen verschiedene Aspekte der Dekolonisierung betrachten**.

Am 8. August sprechen Christian Bommarius und Jean-Pierre Felix-Eyoum mit Joyce Noufélé über die deutsche Kolonialherrschaft in Kamerun.

Der Publizist und Jurist Christian Bommarius stellt sein Buch „Der gute Deutsche: Die Ermordung Manga Bells in Kamerun 1914“ vor, in dem er den Mord an Rudolf Douala Manga Bell, dem König der Duala und Anführer des Widerstandes gegen die deutsche Kolonialmacht wieder aufrollt.

Jean-Pierre Felix-Eyoum, ein Großneffe König Rudolf Manga Bells, forscht seit 1996 über das Leben seines Großonkels Rudolf Douala Manga Bell. Er schildert die Ereignisse aus der Sicht seiner Familie und des Volkes der Duala.

Die Grausamkeit deutscher Kolonialherren gegenüber der Bevölkerung in Kamerun widerspricht den verharmlosenden oder gar verherrlichenden Vorstellungen von der deutschen Kolonialherrschaft. Welches Menschenbild hatten die Deutschen verinnerlicht, mit dem sie ihre Gewaltherrschaft rechtfertigten? Auch um diese Frage wird es in der Veranstaltung gehen, die die Kulturwissenschaftlerin Joyce Noufélé moderiert.

Die Veranstaltung findet am 8. August statt, dem Tét´Ékombo-Tag, an dem in Kamerun der Ermordung von König Rudolf Manga Bell und seines Vertrauten Adolf Ngoso Din gedacht wird. Das Buch „Der gute Deutsche: Die Ermordung Manga Bells in Kamerun 1914“ (Berenberg Verlag, 2015 und 2020) erschien auf Französisch unter dem Titel „Rudolf Manga Bell – Un bon Allemand“ (Présence Africain, 2021).

Wir freuen uns sehr, dass wir die Veranstaltung mit Publikum in der Studiobühne der Universität Münster machen können. Da einige Interessierte aus gesundheitlichen Gründen keine Präsenzveranstaltungen besuchen können + auch über Münster hinaus Interesse an der Veranstaltung besteht, werden wir sie zusätzlich per Zoom übertragen.

Anmeldung:
Wegen der Corona-Schutzmaßnahmen ist eine Anmeldung zu der Veranstaltung in der Studiobühne erwünscht. Anmeldung per Mail oder telefonisch: AfrikanischePerspektiven@t-online.de oder 01577 2536608Wer an der Veranstaltung per Zoom teilnehmen möchte, kann den Link anfordern unter: AfrikanischePerspektiven@t-online.de

Eintritt:
6€/erm. 4€*

Förderung und Kooperation:
Die Durchführung der Veranstaltungsreihe ist möglich durch die freundliche Förderung der Stiftung für Umwelt und Entwicklung NRW, des Kulturamtes der Stadt Münster, des Peter Hammer Vereins für Literatur und Dialog e.V. und des Integrationsrates der Stadt Münster. Sie findet statt in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Münster, dem Autonomen Referat für Black People, Indigenous People and People of Color (BiPoC), AStA Universität Münster, den Postcolonial, Transnational and Transcultural Studies des Englischen Seminars der Universität Münster, dem Franz-Hitze-Haus und dem Eine-Welt-Forum Münster e.V.Die Veranstaltung verweist auch auf die Ausstellung „Hey! Kennst du Rudolf Manga Bell?“ im MARKK, dem Hamburger „Museum am Rothenbaum – Kulturen und Künste der Welt“.

**Mit dem Titel „Dekolonisierung des Denkens“ beziehen wir uns auch auf die Essaysammlung des kenianischen Schriftstellers Ngugi wa Thiong’o (Unrast Verlag, Münster, 2017).